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Vier Takte bewegen die Welt

Leben ist Bewegung, und Bewegung braucht einen Antrieb, einen Motor. Und Motoren haben die Menschheitsgeschichte immer wieder revolutioniert. Die Dampfmaschinen und Elektromotoren brachten das Zeitalter der Industrialisierung.

Der Viertaktmotor bewegt bis heute die Welt. Und dieser Viertaktmotor ist "made in Cologne"

Der Viertaktverbrennungsmotor eröffnete das Zeitalter der Bewegung. Der Geburtsort, die Heimat dieser epochalen Technologie ist sich der Bedeutung ihres Geschöpfes und ihrer grandiosen Historie kaum bewusst. Wir wollen sie wieder daran erinnern. Denn diese Stadt ist auch unsere Heimat: Köln, die Stadt der vier Takte.


Können Sie sich das Leben auf diesem Globus ohne Auto vorstellen? Schwierig, nicht? Und auch ohne Lastkraftwagen, Omnibusse, Traktoren? Und ohne Bagger, Schiffe und Generatoren, die in entlegenen Ecken der Welt Strom erzeugen? Das kann man sich nicht vorstellen. Ist auch gottlob nicht nötig, denn es gibt ihn ja, den Viertaktmotor, der das alles bewegt. Und der ist in Köln erfunden, serienreif entwickelt und zum ersten Mal in Serie gebaut worden.

Köln, die "Stadt im Viervierteltakt"

4 Takte bewegen die Welt Der Viertaktmotor. Er hat das Leben der Menschen auf diesem Globus total verändert. Ohne ihn wäre der Fortschritt, wie wir ihn die letzten 130 Jahre erleben, völlig undenkbar. Dieser Motor verbreitet sich wie eine Explosion über die ganze Welt. Der Viertaktmotor bewegt bis heute die Welt. Und dieser Viertaktmotor ist "made in Cologne"!

Kölns unüberbietbare Historie

Blicken wir kurz zurück: 1861 - vor ca. 150 Jahren - kein Auto fährt weltweit auf den Straßen. Wer fahren will, nimmt eine Pferdekutsche oder die Eisenbahn. Da beginnt die moderne Motortechnik in einer Werkstatt in Alt-Köln. Zuerst "Am Gereonswall 61" später in der "Servasgasse" hat Nicolaus August Otto seine Sternstunden. Ihm gelingt sein erster Motor: Die "atmosphärische Gaskraftmaschine". Nach einem weiteren Umzug in Deutz entwickelt sich seine Firma zur größten Gasmotorenfabrik der Welt.

 

Der Urknall der Mobilität wird 1877 in der "Gasmotorenfabrik Deutz AG" ausgelöst

Der Urknall der Mobilität wird 1877 in der „Gasmotorenfabrik Deutz AG“ ausgelöst, denn dort erfindet er den ersten betriebs- und entwicklungsfähigen Viertaktmotor der Welt und beginnt mit der ersten serienmäßigen Produktion seines Ottomotors. Später entwickelt N.A. Otto auch noch die Niederspannungs-Magnetzündung, die Basis für das Lebenswerk von Robert Bosch.

Gasmotoren-Fabrik Deutz - 1885 Gasmotoren-Fabrik Deutz - 1908 Gasmotoren-Fabrik Deutz - 1926

Köln, das Mekka der Motortechnologie

Diese Revolution lockt viele Techniker an. Männer, die ebenfalls weltberühmt werden. So wirken in der „Gasmotorenfabrik Deutz AG.“ zehn Jahre lang Gottlieb Daimler als technischer Direktor und Wilhelm Maybach als Chefkonstrukteur. Mit dem Know-how aus Köln bauen Daimler und Maybach später den Ottomotor in das erste Motorrad, das erste Motorboot. Sie erfinden den ersten Lastwagen und letztlich den ersten Personenwagen mit vier Rädern. Auch Carl Benz verwendet den Ottomotor in seinem berühmten Dreirad. Und - der Mercedes Stern entsteht in Köln. Gottlieb Daimler markiert seinen Arbeitsplatz in Köln-Deutz auf einer Ansichtskarte an seine Familie.

Nikolaus August Otto Gottlieb Daimler Wilhelm Maybach Ettore Bugatti

Und noch weitere Pioniere der Automobiltechnik haben ihre Wurzeln in Köln: 1899 baut August Horch, der spätere Gründer von Audi, in Köln-Ehrenfeld seine erste Firma auf. Ein weiterer, sehr talentierter junger Mechaniker war Chef der Automobilproduktion in  Köln-Deutz und baut in Köln-Mülheim und –Ehrenfeld sein erstes leichtes Automobil. Sein Name: Ettore Bugatti. Der Kölner Ottomotor dient Robert Diesel als Grundlage für seinen Selbstzünder, den Dieselmotor. Die Anziehungskraft „Ottos und Co“ ist so groß, dass sich bis in die Zwanziger Jahre 17 weitere Autobauer und 23 Motorradbauer in Köln ansiedeln. Am Butzweilerhof und Umgebung produzieren mehrere Firmen Flugzeuge.

Der Viertaktmotor, die treibende Kraft aus Köln

Die Dampfmaschine, der Elektromotor revolutionieren zwar die technische Welt, aber der Viertaktmotor hat ihnen gegenüber einmalige Vorteile: Er lässt sich viel schneller an- und abstellen als eine Dampfmaschine und - er ist nicht ortsgebunden wie ein Elektromotor. Der „Otto-Motor“ benötigt weder Dampfkessel, Kabel noch schwerfällige Batterien. Damit wird diese Maschine der erste ortsungebundene Antrieb, der sich kurzfristig nach Bedarf ein- und ausschalten lässt. Der ideale Motor für Auto, Boot, Lastwagen, Flugzeug, Motorrad und alle erdenklichen Arbeitsgeräte ist erfunden.

Der unbegrenzten Eroberung der Welt steht nichts mehr im Weg

Der Viertaktmotor verbreitet sich explosionsartig, und so beginnt die Mobilität des 20.Jahrhunderts. Endlich, der Menschist nicht mehr auf seine eigenen Füße oder die  Schnelligkeit seinesPferdes angewiesen. Der Traum der Unabhängigkeit von Raum und Zeit ist Wirklichkeit. Der unbegrenzten Eroberung der Welt steht nichts mehr im Weg.

Unser Leben ist ohne diese vier Takte nicht mehr vorstellbar

Köln macht mobil

Heute bewegt der Viertaktmotor robuste Überlandbusse und kraftvolle Schlepper in den Häfen der Welt, treibt LKWs und Omnibusse, Traktoren und Schiffe, Loks, Flugzeuge, Motorräder und Motorboote an, bewegt auf unserer Erdoberfläche fast eine Milliarde Autos (schauen Sie in Ihren Fahrzeugschein, ob Otto- oder Dieselmotor, alles Viertaktmotoren!) er arbeitet in unzähligen Geräten und Maschinen und Planierraupen, Kränen und Kettensägen bis zum Rasenmäher. Riesig als Antrieb von Ozeandampfern oder winzig in Modellflugzeugen.

Das erste deutsche Elektroauto und das erste Hybridfahrzeug, sie fahren in Köln

Überall ist der Viertaktmotor die treibende Kraft und bewegt noch viel mehr: in stationären Generatoren sorgt er für elektrische Energie, sorgt für eine sichere Stromversorgung im Operationssaal, für zuverlässigen Datentransfer rund um den Erdball; mobile Stromgeneratoren machen große Teile der Welt überhaupt erst bewohnbar. Unser Leben ist ohne diese vier Takte nicht mehr vorstellbar.

Trotz aller Fortschritte sind bis zum heutigen Tage die Grundmerkmale des "Ottomotors" bis auf ganz wenige Ausnahmen in den Verbrennungsmotoren der Welt erhalten geblieben.

Köln elektrisiert

Die Kreativität steckt an, die Autobegeisterung sucht nach neuen Antrieben: Das erste deutsche Elektroauto und das erste Hybridfahrzeug, sie fahren in Köln: 1898 baute Bernhard Scheele seine Elektromobile in Köln in der Brückenstrasse. Der Aktionskreis von 125 km
erlaubte Fahrzeuge für die Stadt: Feuerwehren, Krankenwagen, Postwagen, aber auch Personen- und Lastwagen für viele Kommunen in Deutschland Von 1904 bis 1909 baute die "Ernst Heinrich Geist Elektrizitäts-AG" bereits Hybridfahrzeuge, benzinelektrisch angetriebene
Lastwagen mit einem Benzin- wie auch einem Elektromotor, der durch einen Wendepolgenerator angetrieben wurde. "Der brauchte darum nur etwa ein Drittel des Benzins für den Tonnenkilometer!"

Köln, die Autostadt heute

Die DEUTZ AG ist die älteste Motorenfabrik der Welt. Heute ist sie ein unabhängiger Motorenhersteller für Diesel- und Gasmotoren, die in den modernsten Motorenfabriken der Welt produziert werden, an fünf Standorten, drei alleine in Köln. Seit über 140 Jahren ist die Marke DEUTZ eine feste Größe in der Welt der Gerätehersteller und Gerätebetreiber. Die Firma beschäftigt heute Tausende von Mitarbeitern in über 130 Ländern.

Citroën beginnt bereits 1926 in Köln-Poll mit dem Bau von Autos mit dem Doppelwinkel, später in Porz-Westhoven. 1944 wurde das Werk total zerstört. Heute ist "Citroën Deutschland AG" in Köln-Westhoven einer der größten Autohäuser in Europa mit 75 Händlerbetrieben und elf Werksniederlassungen in ganz Deutschland.

Ford ist einer der ältesten und größten Automobilhersteller der Welt. Erfinder der modernen Fließbandtechnik. Bereits vor 80 Jahren, 1928, eröffnet Ford in Köln eine Fabrik für Automobile. Diese Fabrik ist heute Sitz der „Ford of Europe“ mit mehr als 17.000 Mitarbeitern. Früher wie heute werden hier nicht nur einfach Autos in Lizenz gebaut, sondern Ford in Köln entwickelt für den europäischen Markt eigenständig eigene Modelle. Der Fiesta hat als erstes globales Fahrzeugkonzept seinen Ausgangspunkt in Köln. Er ist ein echter Kölner! (Bernhard Mattes, Vorstandsvorsitzende der Ford-Werke, am 13. Januar 2009 auf dem ASC Stiftungsfest.)

Toyota produziert und entwickelt seit 1972 in Marsdorf bei Köln Werksfahrzeuge für die Rallye-Weltmeisterschaft. Das Toyota-Team hat ebenso Formel 1 Erfahrung. Hier liegt die Geburtsstätte für Toyota Formel 1-Rennwagen.

Bedeutende Autoproduzenten haben sich in Köln und Umgebung angesiedelt: Mit ihren Vertretungen, nicht nur für Deutschland, sondern für Europa: Renault im Jahr 1923, Mazda im Jahr 1972 und Volvo, Nissan und Chrysler folgten.

Diese Kombination von Historie bis Hightech macht Köln zur Autostadt

Denkt man heute an Automobilbau, kommen einem sofort die großen Autostädte in den Sinn: Stuttgart, Wolfsburg, Detroit, Toyota City, Coventry oder Maranello. In aller Bescheidenheit weisen wir darauf hin, dass hier in Köln die Wurzeln aller Automobiltechnik, aller Motoren-Entwicklung liegt. Köln mobilisierte die Welt, Köln war die erste Autostadt auf dem Globus, Köln ist die "Mutter aller Autostädte".

Köln ist die „Mutter aller Autostädte“

Köln nutzt sein Erstgeburtsrecht auf diese epochale Historie kaum. Auf Otto weist letztlich wenig hin. In einer Ecke des Kölner Stadtmuseum steht ein früher Ottomotor. Vor dem Deutzer Bahnhof steht ein unscheinbares Ottomotor-Denkmal. Und dann gibt es noch einen Otto-Platz und schließlich einen Grabstein auf dem Friedhof Melaten - das war's!!!
Köln hat eigentlich nicht viel, was tatsächlich „echt und original Kölsch“ ist. Da gibt es den Kölner Dom, das Dreigestirn, die erste Glühlampe, Kölnisch Wasser "Eau de Cologne" und …..den Ottomotor, der Viertaktmotor, echt kölsch: "The Engine of Cologne".

Aber...

...warum weiß das kaum einer?